Happy Birthday, World Wide Web!

Technik

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© marema
06.08.2011

20 Jahre ist es her, dass Physiker und Informatiker Tim Berners-Lee die Mitglieder eines Forums einlud, es einfach mal "auszuprobieren": Sein Projekt, das er "World Wide Web" nannte. Der bescheidene Beginn einer unvergleichlichen und revolutionären Erfolgsgeschichte.

"Ein einfaches, aber machtvolles Informationssystem": Mit diesen Worten stellte Timothy John Berners-Lee am 6. August des Jahres 1991 im Rahmen einer Einladung sein Projekt, das World Wide Web, vor. Seit zwei Jahren hatte der britische Physiker und Informatiker am europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf daran gearbeitet. Das Ziel, das er dabei verfolgte: Das Internet, das bereits in den 1970ern von Militärs entwickelt wurde, allgemeinhin für die Kommunikation nutzbar zu machen. "Das Internet gab es schon, aber die Verknüpfung von Dokumenten ist es, die das 'www' ausmacht", erklärt Professor Phuoc Tran-Gia, Sprecher des Zentrums für Internetforschung an der Universität Würzburg, laut dem Focus. "Probiert es aus", wandte sich Berners-Lee schließlich an die Mitglieder des Forums "Alt.hypertext", wo er im Internet eine Beschreibung ebendiesen Projektes veröffentlichte. Einige wenige Computerexperten aus Forschungseinrichtungen tauschten sich daraufhin über die digitale Nachrichtenbörse aus - bis im Dezember 1991 schließlich in den USA der erste Webserver außerhalb Europas ans Netz ging.

Vordergründlich ging es also um eines: Die Vereinfachung. Für Computerexperten mit entsprechenden Programmen sowie entsprechendem Wissen war es immerhin schon möglich, Dateien aus dem Internet herunterzuladen. Das Zauberwort: Das Hypertext Transfer Protocol (http), das, noch heute in Gebrauch, automatische Kommunikation und Datenaustausch möglich machte. Der Webbrowser übersetzte Suchbefehle in http-Anfragen, die wiederum von Servern im Netz entschlüsselt wurden, und visualisierte gleichermaßen die von dort zurückgesandten Text-, Grafik- und Bilddateien auf dem Bildschirm. Darauf folgte das Zauberwort Hypertext-Links: Digitale Querverweise auf weitere Dokumente. Auf diese Weise erhielten Nutzer die Möglichkeit, nur mithilfe eines Mausklicks von einem Dokument zu einem anderen zu wechseln, oder besser gesagt, zu diesen zu surfen. Der Weg zum Massen-
medium war geebnet. Tim Berners-Lee selbst wurde für diesen Knopfdruck, der das Leben der Menschen grundlegend verändern sollte, von Queen Elizabeth II im Jahr 2004 zum Ritter geschlagen. Er ist Mitglied im britischen Order of Merit, stolzer Besitzer von elf Ehrendoktorwürden und Präsident des W3C. Noch heute, ergänzt Professor Phuoc Tran-Gia, funktioniere das Web nach seinen Mechanismen.

Das 'www' - heute nicht mehr wegzudenken

Somit wurden aus vereinzelten Computerexperten mehr als zwei Milliarden Menschen, die heutzutage das World Wide Web nutzen. In Deutschland gehen mittlerweile 51 Millionen Menschen, demzufolge Dreiviertel der Deutschen, dem Focus zufolge online. Nach Angaben der Welt mauserten sich die knapp 24.000 Websites, die es noch vor 15 Jahren gab, zu rund 300 Milllionen.

Da braucht es einen Überblick. Das Zauberwort: Suchmaschinen, inzwischen allen voran Google. Fast natürlich erscheint dahingehend die Entwicklung von Firmen, deren Existenz auf der Existenz des World Wide Web beruht - wie beispielsweise Amazon oder Ebay -, oder von Berufsgruppen wie Shop-Programmierern, Web-
designern oder Online-Händlern. Schier unsagbar ist inzwischen die Bedeutung des World Wide Web in der Gesellschaft; die enorme Entwicklung sozialer Netzwerke einmal ausgeklammert. Doch birgt auch dieser beispiellose Siegeszug des 'www' mittlerweile eine Kehrseite: Der unaufhörliche Versuch, bestimmte, aber unzählige Seiten zu sperren, dem beispielsweise Regierungen, Unternehmen, Inhaber von Lizenzrechten und Polizeibehörden fortlaufend nachgehen.

"Ein einfaches, aber machtvolles Informationssystem": Sir Berners-Lee sollte recht behalten. Doch auch nach 20 Jahren ist der heute 56-jährige noch lange nicht fertig - arbeitet er stattdessen doch fortwährend an der Weiterentwicklung des 'www'.

(nm)
2
Kommentare insgesamt

Mr P.
06.08.2011 21:45
Gast
is schon was feines^^

Jehuty
08.08.2011 17:41
Gast
Nur eine neue Art der Bequemlichkeit. Ist vollkommen klar, dass sich sowas beim Menschen durchsetzt. Viele fahren auch 1 Kilometer mit Auto zur Arbeit, statt zu Fuß zu gehen oder das Rad zu bentutzen...

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