Softair-Waffe statt Spielzeug

City- & Szenenews

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© Jason Swarr
05.04.2011

Eigentümlich wird Kindern kaum extrem erhöhte Gewaltbereitschaft zugedacht. Umso schockierender die heftigen Angriffe, die sich kürzlich in Berlin ereigneten - ausgeführt von Elf- und Siebenjährigen.

Montagabend, ein Spielplatz in Wedding, Ortsteil im Berliner Bezirk Mitte. Zwei Mädchen im Alter von zehn und elf Jahren sowie der elfjährige Bruder des jüngeren Mädchens spielten an einem Klettergerüst. - ehe ein Elfjähriger hinzukam und die Kinder bedrohte. Er richtete eine Softair-Waffe auf das ältere, auf dem Klettergerüst sitzende Mädchen; drängte sie dazu, ihm ihr Taschengeld auszuhändigen. Das Mädchen weigerte sich - woraufhin der Junge mehrere Schüsse aus seiner Waffe auf sie richtete. Er verfehlte das Mädchen, traf jedoch deren jüngere Freundin am Oberkörper. Infolge des Schocks fiel das ursprünglich anvisierte Mädchen vom Gerüst, prallte mit dem Kopf auf das soeben getroffene Mädchen. Daraufhin griff der bewaffnete Junge den Bruder des jüngeren Mädchens an; schob diesem entzündete Streichhölzer mit der Flamme voran in die Nasenlöcher, ehe er floh.

Glück im Unglück: Die verletzten Kinder trafen nahe des Spielplatzes unmittelbar auf Polizeibeamte. Kurze Zeit später wurden die Mädchen, die unter starken Kopfschmerzen litten, von dem Team eines Krankenwagens untersucht; der Junge, dessen Nase bereits blutete, wurde ambulant im Krankenhaus behandelt.

Wie die Berliner Morgenpost berichtet, plant die Polizei ein Gespräch mit den Eltern des gewalttätigen Jungen zu führen; da dieser noch unter 14 Jahren ist, sei aber, so ein Polizeisprecher, strafrechtlich nichts zu machen. Überdies sind Softair-Waffen - Waffen, die mit geringer Geschossenergie Plastikkugeln abfeuern - erlaubte, vom Waffengesetz befreite Spielzeuge - solange sie eine Geschossenergie von 0,5 Joule nicht überschreiten. Unter diesem Wert, heißt es, ist nicht mit gravierenden Verletzungen für den Menschen zu rechnen, solange die Augen geschützt sind.

Angriff eines Siebenjährigen

Dieser Vorfall ähnelt jenem, der sich vergangenen Donnerstag in Lichtenrade ereig-
nete, dem südlichsten Ortsteil im Bezirk Tempelhof-Schöneberg von Berlin. Dort griff ein Siebenjähriger auf einem Spielplatz einen Neunjährigen an - mit einem abgebrochenen Küchenmesser. Dabei erlitt der Junge Schnittwunden im Gesicht, die anschließend genäht werden mussten; der junge, flüchtige Täter wurde von der Polizei gestoppt. Wie der Tagesspiegel berichtet, wohne dieser in einem nahe gelegenen Kinderheim, wo die Polizei bereits Gespräche mit den jeweiligen für den Jungen verantwortlichen Erziehern geführt haben soll.

Und was meint ihr?

Die Kinderangriffe werfen vielerlei Fragen auf - insbesondere jene, woher diese maßgeblich erhöhte Gewaltbereitschaft der Kinder rührt und was getan werden kann oder vielmehr muss, um dieser Entwicklung entgegenzugehen. Wie lautet eure Antwort auf diese Fragen? Teilt es mit - und kommentiert.

(nm)
25
Kommentare insgesamt

Mr P.
05.04.2011 19:21
Gast
ich denke das diese kinder keine besseren vorbilder in ihrer umgebung haben. da können die eltern oft nicht viel machen. wobei sich aber die frage stellt, woher diese kinder die softair-waffen herhaben. und warum werden kinder unter 14 jahren nicht für ihre, durchaus gefährlichen, taten belangt???

ich selbst besitze drei softairwaffen und würde nicht im traum daran denken diese gegen menschen zu richten um an ihre wertsachen und geld zu kommen. für mich ist disziplin und verantwortungsvoller umgang mit diesen geräten das a und o!!!

Lauri M.
05.04.2011 20:17
Gast
Ich bin der Meinung, dass die Eltern sehr viel machen können um so etwas zu verhindern. Das ist immer eine Frage der Erziehung. Ein Kind in dem Alter merkt sich kleine Dinge seiner Umgebung. Klar hat das auch etwas mit Vorbildern zu tun. Wenn die Eltern ihnen das so vorleben, dann kennen sie nichts anderes und tun dieses natürlich auch.
Aber wie gesagt, wenn Kinder genug Aufmerksamkeit und Beschäftigung bekommen, dann kann sowas nicht passieren.

Naja und das Kinder unter 14 Jahren nicht bestraft werden, steht halt so im BGB geregelt. So ist halt das deutsche Gesetz... Deutschland halt... -.-

Im Endeffekt hat das Kind wahrscheinlich gar nicht großartig über Konsequenzen nachgedacht, sondern einfach nur daran, dass es Geld haben wollte.

Edith Z.
05.04.2011 20:56
Gast
Aber wie gesagt, wenn Kinder genug Aufmerksamkeit und Beschäftigung bekommen, dann kann sowas nicht passieren.

Träum weiter Schätzelein..

Meine Eltern waren immer Vorzeigeexemplare, haben immer gearbeitet, sich nichts zu Schulden kommen lassen und dennoch habe ich über die Stränge geschlagen, nur Unfug gemacht und so für das ein oder andere graue Haar auf deren Schöpfen gesorgt.

Ich hatte einfach mal die falschen Freunde, da konnten meine Eltern so gar nichts machen... Wie auch!

Es hat nicht immer mit dem Elternhaus zu tun, auch wenn es vllt. die naheliegendste Erklärung ist, ganz so leicht sollte man es sich nicht machen.

Edith Z.
05.04.2011 20:58
Gast
Und im Übrigen, ein Elfjähriger reflektiert sein Verhalten nicht.

Lauri M.
05.04.2011 21:40
Gast
So also erstmal kannst du gerne deine Freunde so nennen, wenn du es nötig hast. Und dann hab ich davon gesprochen, dass man ein Kind beschäftigen muss und dann kommt es auch nicht auf dämliche Ideen. Ich bin auch in einer sogenannten "vorzeigefamilie" ( wie du es nennst ) aufgewachsen und ich hatte zum einen nie schlechte Freunde oder Sonstiges.
Und es hat sehr wohl was mit Erziehung zu tun. Liebe, Fürsorge und Geborgenheit bekommt man zum größten Teil von der Familie.
Also brauchst du mir hier nicht deine Lebensgeschichte darlegen und mir erst recht nicht sagen, wie man Kinder erzieht!
Und zu viel von den guten Dingen einer Familie kann ebenfalls dazu führen, dass ein Kind abrutscht. Zu viel liebe ist genauso wenig gut.
Von daher kann man auf die elterliche Erziehung zurückschauen oder aber auch nicht. Was diesen kleinen jungen dazu gebracht hat, wird nur er wissen. Die Kinder werden sowieso immer respektloser und frecher gegenüber ihren mitmenschen.

Edith Z.
05.04.2011 21:52
Gast
Bekomm nicht gleich hektische Flecken!

Die Kinder werden sowieso immer respektloser und frecher gegenüber ihren mitmenschen.

Was auch immer das Eine mit dem Anderen zu tun hat.

Du wirst mit deinen 19 Jahren schon wissen wovon du sprichst!

Anja S.
05.04.2011 23:39
reg. Mitglied
@laura...die Strafmündigkeit bzw. Schuldunfähigkeit von Kindern steht nicht im BGB, sondern in §19 StGB (Strafgesetzbuch)

Und kriminalistisch läßt sich solch Verhalten nicht allein mit familiären Verhältnissen, Erziehung und erzieherischen Maßnahmen, oder das fehlen solcher erklären.
Es ist ein Zusammenspiel aus vielen Faktoren.

Und Respekt zeigt sich schon in der Kommunikation miteinander und auch darin, andere Meinungen anzuhören, zu reflektieren und vor allem in der Reaktion darauf. ("Also brauchst du mir hier nicht deine Lebensgeschichte darlegen und mir erst recht nicht sagen, wie man Kinder erzieht!")

Professor A.
06.04.2011 03:04
Gast
Das Umfeld macht viel aus - Berlin ist ein sozialer Brennpunkt, dort gibt es auch berüchtigte Staddteile. An Silvester z.B. kann man in Neukölln nicht auf die Straße gehen, da laufen schon die Kleinen mit Böllern rum und bewerfen andere Leute damit. Und das sind nicht nur die Ausländerkinder.

Mein Neffe geht dort in den Kindergarten, der hat seine Mutter schon als Hure beschimpft und getreten, weil es sein Kumpel im Kindergarten mit den Erzieherinnen auch so macht. Einer machts vor, die anderen machens nach.

Es ist traurig, dass es immer mehr vernachlässigte Kinder gibt, die Unfug machen - dann ist man als Elternteil aber auch in der Pflicht, aus solchen Elendsgegenden wegzuziehen und dafür zu sorgen, dass das Kind in eine weniger asoziale Gegend kommt (in dem Punkt kann ich auch die Situation mit meinem Neffen nicht verstehen - aber ich hab darauf ja keinen Einfluss).

Nehmen wir mal an, die Kleinen, die dort angeschossen wurden, gehen jetzt aus Angst auch nur noch mit Waffen aus dem Haus - dann sinds die Nächsten, die sich mit anderen Kindern prügeln - und so geht das immer weiter. Dass die Polizei dort nichts unternimmt, weil solche "harmlosen" Waffen ja erlaubt sind, ist eigentlich auch ein Armutszeugnis.

Alt_Strg_Entf
06.04.2011 09:54
reg. Mitglied
hatte sarazin doch recht?
sollte man nicht gleich alle sachen, die irgendwelche kügelchen rausschubsen verbieten?
*leichte ironie*

ich weiß es nicht....aber ich denke eher nicht...als kind spielte ich auch mit nem luftgewehr...das war so üblich damals...nur nicht auf menschen....aber mit der asozialen gegend geb ich dem helden da über mir recht...in jeder meinung steckt ein fünktchen wahrheit...man kann sich darüber das maul zerreißen aber ändern wird schwierig...erst recht hier in deutschland...
hier sind eh ziemlich viele krank

Robert F.
06.04.2011 10:30
reg. Mitglied
Es wird folgenden Generationen ja auch vermehrt eingebläut
das sie sich stehts überall und vor jedem behaupten müssen.
Haufenweise Quatsch wird erzählt und falsche Vorbilder heroisiert.

Niemand will die Schuld alleine tragen,
was ja auch korrekt ist, aber leider
fühlt sich auch keiner Verantwortlich.

Die Schule schiebts auf die Eltern,
Eltern auf die Medien,
die Medien auf die Schule.

Das Kinder "früher" respektvoller waren halte ich für ein Gerücht.
Vielleicht liegt es am Informationszeitalter das wir heute einfach
von jedem Hinz und Kunz erfahren, was wir "damals" nicht so hatten.
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