UNICEF alarmiert: Arme Kinder in Deutschland leiden

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26.05.2008

Armut bedeutet für Kinder in Deutschland Ausgrenzung, ungesundes Leben und wenig Chancen auf Besserung. Die Kinderschutzorganisation UNICEF stellt in ihrer "Studie zur Lage der Kinder in Deutschland" dramatische Zahlen vor. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter.

Jedes zehnte Kind von Alleinerziehenden lebt in Deutschland dauerhaft in Armut. Zwei Drittel der Kinder, die nur bei Mutter oder Vater aufwachsen, lebt mindestens ein Jahr lang in Armut. Das geht aus dem "UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland" hervor.

Arme Kinder in Deutschland brauchen laut UNICEF-Deutschland-Chef Jürgen Heraeus eine Förderung von "Eigenaktivität, Verantwortungsgefühl, und Konfliktfähigkeit von klein auf ." Gründe dafür: 15 Prozent der Kinder zwischen 3 und 17 Jahren zeigten Anzeichen von Verhaltensauffälligkeit, 17 Prozent seien übergewichtig. Außerdem ist die Raucherquote bei Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren besonders hoch. 20 Prozent greifen regelmäßig zum Glimmstengel - mehr als in jedem anderen Industrieland.

Ein weiteres Problem: Das deutsche Bildungssystem trage zur Ungleichbehandlung armer Kinder ebenso bei. Schwächere Schüler würden systematisch ausgegrenzt, die besseren Schüler wiederum nicht ausreichend gefördert. Auffallend sei zudem, dass Kinder aus ausländischen Familien seltener einen Kindergarten besuchten, dafür aber in Sonder- und Hauptschulen überrepräsentiert seien. 17 Prozent von ihnen verließen die Schule ohne Abschluss.

Der Präsident des Sozialverbands VdK, Walter Hirrlinger, forderte angesichts der Zahlen eine Anhebung des "Hartz-IV"-Regelsatzes für Kinder. Dieser müsse von 208 auf 250 Euro steigen, "damit betroffene Kinder nicht Gefahr laufen, dauerhaft ausgegrenzt zu werden", sagte Hirrlinger.

mfe/ddp
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