Sicherheitsdienste gegen Gewalt an Schulen
City- & Szenenews
10.12.2007
In Berlin gibt es jetzt ein bundesweit einzigartiges Projekt gegen Gewalt an Schulen. Einem Bericht von Spiegel Online zufolge werden ab Anfang dieser Woche 13 Schulen im Berliner Bezirk Neukölln von einem privaten Sicherheitsdienst überwacht. Jeweils zwei Wachmänner pro Schule sollen dafür sorgen, dass keine Schulfremden das Gelände betreten. Hintergrund sind vermehrte Gewalttaten, von denen ein erheblicher Teil durch Jugendliche begangen wurde, die gar nicht auf die jeweiligen Schulen gingen. Durchgesetzt hat die umstrittene Maßnahme der Bezirksbürgermeister Heinz Burschkowsky (SPD). Er hatte dabei den Bildungssenator Zöllner und den Innensenator von Berlin, Erhart Körting, gegen sich. Gegenüber Spiegel Online äußerte Letzterer, dass paramilitärische Einheiten der falsche Weg seien, mit dem Problem umzugehen.
Durch diese Maßnahme liegt wieder einmal der Fokus der öffentlichen Wahrnehmung auf der Gewalt von Schülern in Neukölln. Spektakulär geriet das Thema Anfang 2006 in die Schlagzeilen, als das Kollegium der Rütlischule einen offenen Brief verfasste, um auf die unhaltbare Situation hinzuweisen. Über Wochen zogen sich damals in den Zeitungen die Debatten um das Gewaltproblem an den Schulen hin.
Der Soziologe Ferdinand Sutterlüty erklärte damals in einem Betrag in der Wochenzeitung „Die Zeit“ die Dynamik der Gewalt als einen „Machtkampf um Annerkennung“. Die Schüler, die sich ihrer Perspektivlosigkeit bewusst sind, brechen aus ihrer Ohnmacht aus, indem sie zuschlagen. Die blinde, ungesteuerte Gewalt gibt den Schülern, Sutterlüty zufolge, das Gefühl, doch irgendetwas bewirken zu können. Daraus ergibt sich dann eine fatale Logik. Denn mehr Gewalt bedeutet mehr Ansehen. Die Ausübung von Gewalt gibt, so die Erklärung des Soziologen, den Jugendlichen eine „jederzeit erneuerbare Gewissheit, Dinge geschehen machen zu können“. Ein Gefühl, das ihnen bis dahin meist unbekannt war.
Kritiker der Überwachungen der Schulen in Neukölln müssten sich mit den gesellschaftlichen Ursachen und Rahmenbedingungen der Gewalt in dem Bezirk befassen. Ein Abschieben des Gewaltproblems auf die Lehrkräfte, soviel hatten die Ereignisse an der Rütlischule gezeigt, kann zumindest nicht die Alternative sein.
In Berlin gibt es jetzt ein bundesweit einzigartiges Projekt gegen Gewalt an Schulen. Einem Bericht von Spiegel Online zufolge werden ab Anfang dieser Woche 13 Schulen im Berliner Bezirk Neukölln von einem privaten Sicherheitsdienst überwacht. Jeweils zwei Wachmänner pro Schule sollen dafür sorgen, dass keine Schulfremden das Gelände betreten. Hintergrund sind vermehrte Gewalttaten, von denen ein erheblicher Teil durch Jugendliche begangen wurde, die gar nicht auf die jeweiligen Schulen gingen. Durchgesetzt hat die umstrittene Maßnahme der Bezirksbürgermeister Heinz Burschkowsky (SPD). Er hatte dabei den Bildungssenator Zöllner und den Innensenator von Berlin, Erhart Körting, gegen sich. Gegenüber Spiegel Online äußerte Letzterer, dass paramilitärische Einheiten der falsche Weg seien, mit dem Problem umzugehen.
Durch diese Maßnahme liegt wieder einmal der Fokus der öffentlichen Wahrnehmung auf der Gewalt von Schülern in Neukölln. Spektakulär geriet das Thema Anfang 2006 in die Schlagzeilen, als das Kollegium der Rütlischule einen offenen Brief verfasste, um auf die unhaltbare Situation hinzuweisen. Über Wochen zogen sich damals in den Zeitungen die Debatten um das Gewaltproblem an den Schulen hin.
Der Soziologe Ferdinand Sutterlüty erklärte damals in einem Betrag in der Wochenzeitung „Die Zeit“ die Dynamik der Gewalt als einen „Machtkampf um Annerkennung“. Die Schüler, die sich ihrer Perspektivlosigkeit bewusst sind, brechen aus ihrer Ohnmacht aus, indem sie zuschlagen. Die blinde, ungesteuerte Gewalt gibt den Schülern, Sutterlüty zufolge, das Gefühl, doch irgendetwas bewirken zu können. Daraus ergibt sich dann eine fatale Logik. Denn mehr Gewalt bedeutet mehr Ansehen. Die Ausübung von Gewalt gibt, so die Erklärung des Soziologen, den Jugendlichen eine „jederzeit erneuerbare Gewissheit, Dinge geschehen machen zu können“. Ein Gefühl, das ihnen bis dahin meist unbekannt war.
Kritiker der Überwachungen der Schulen in Neukölln müssten sich mit den gesellschaftlichen Ursachen und Rahmenbedingungen der Gewalt in dem Bezirk befassen. Ein Abschieben des Gewaltproblems auf die Lehrkräfte, soviel hatten die Ereignisse an der Rütlischule gezeigt, kann zumindest nicht die Alternative sein.
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