Jugendgewalt - Über die Landtagswahl in Hessen und den plötzlichen Tod einer Debatte
City- & Szenenews
Roland Koch (CDU) noch Ministerpräsident des Bundeslandes Hessen
25.01.2008
Kurz vor der Landtagswahl in Hessen sind die Diskussionen um die Jugendgewalt (der Spion berichtete) bereits wieder vom Tisch. War das Thema vor einigen Tagen in den Zeitungen noch überpräsent, redet heute kaum noch jemand über den U-Bahn Überfall von München und die daraus zu ziehenden Konsequenzen.
Ein wichtiger Grund dafür liegt in der Tatsache begründet, dass die Übergriffe und die daraus entstandenen Fragen des Umgangs mit der Gewalt Jugendlicher ein willkommenes Wahlkampfthema anboten. Mit seinen populistischen Forderungen hatte Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) die Debatte zu immer schrilleren Tönen angeheizt. Zuletzt wurde es der Parteiführung auf Bundesebene zu bunt. Man distanzierte sich von Koch und dieser nahm in der Folge einige seiner Forderungen zurück. So hatte Roland Koch kurz vor dem Eklat gefordert, die Altersgrenze für das Jugendstrafrecht von 14 Jahren weiter abzusenken.
Selbst die „Supernanny“ schaltet sich ein
Die Debatte um die Jugendgewalt hielt für eine bestimmte Zeit die deutsche Öffentlichkeit in Atem. Nicht nur Politiker der verschiedenen Parteien stritten sich um den richtigen Umgang mit dem Thema. Auch Kriminologen wie Christian Pfeiffer, Autoren wie Günther Grass oder die Frauenrechtlerin und Juristin Seyran Ates meldeten sich zu Wort.
Auf http://www.spiegel.de/kultur/...1518,528779,00.html " target="_blank">Spiegel Online wird sogar Katharina Saalfrank, besser bekannt als die RTL-„Supernanny“, zur Debatte interviewt. Die ausgebildete Pädagogin lässt kein gutes Haar an Hessens Ministerpräsident. „Offensichtlich hat Koch überhaupt keine Ahnung“ sagte Saalfrank. Sie kritisierte, dass Koch Wahlkampf auf dem Rücken der Jugendlichen betreibe. Abgesehen von der Tatsache, dass die entfachte Diskussion dem CDU Politiker zur Profilierung dienen soll, sind die von ihm geforderten Maßnahmen, so Saalfrank, auch noch eine pädagogische Katastrophe. Rechtliche Verschärfungen setzen lediglich an den Symptomen, nicht aber an den Ursachen des Problems an.
Am Sonntag wird in Hessen gewählt
Nach dem Dämpfer aus den eigenen Reihen verlegte sich Roland Koch darauf die Spitzenkandidaten der anderen Parteien persönlich zu diskreditieren. Doch auch dies gelang ihm nicht im erhofften Umfang. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sieht CDU und SPD derzeit (Stand Freitag Nachmittag 14 Uhr) gleichauf mit 38 % der Wählerstimmen. Es bleibt also spannend wie die Wahl am Sonntag ausgeht.
Kurz vor der Landtagswahl in Hessen sind die Diskussionen um die Jugendgewalt (der Spion berichtete) bereits wieder vom Tisch. War das Thema vor einigen Tagen in den Zeitungen noch überpräsent, redet heute kaum noch jemand über den U-Bahn Überfall von München und die daraus zu ziehenden Konsequenzen.
Ein wichtiger Grund dafür liegt in der Tatsache begründet, dass die Übergriffe und die daraus entstandenen Fragen des Umgangs mit der Gewalt Jugendlicher ein willkommenes Wahlkampfthema anboten. Mit seinen populistischen Forderungen hatte Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) die Debatte zu immer schrilleren Tönen angeheizt. Zuletzt wurde es der Parteiführung auf Bundesebene zu bunt. Man distanzierte sich von Koch und dieser nahm in der Folge einige seiner Forderungen zurück. So hatte Roland Koch kurz vor dem Eklat gefordert, die Altersgrenze für das Jugendstrafrecht von 14 Jahren weiter abzusenken.
Selbst die „Supernanny“ schaltet sich ein
Die Debatte um die Jugendgewalt hielt für eine bestimmte Zeit die deutsche Öffentlichkeit in Atem. Nicht nur Politiker der verschiedenen Parteien stritten sich um den richtigen Umgang mit dem Thema. Auch Kriminologen wie Christian Pfeiffer, Autoren wie Günther Grass oder die Frauenrechtlerin und Juristin Seyran Ates meldeten sich zu Wort.
Auf http://www.spiegel.de/kultur/...1518,528779,00.html " target="_blank">Spiegel Online wird sogar Katharina Saalfrank, besser bekannt als die RTL-„Supernanny“, zur Debatte interviewt. Die ausgebildete Pädagogin lässt kein gutes Haar an Hessens Ministerpräsident. „Offensichtlich hat Koch überhaupt keine Ahnung“ sagte Saalfrank. Sie kritisierte, dass Koch Wahlkampf auf dem Rücken der Jugendlichen betreibe. Abgesehen von der Tatsache, dass die entfachte Diskussion dem CDU Politiker zur Profilierung dienen soll, sind die von ihm geforderten Maßnahmen, so Saalfrank, auch noch eine pädagogische Katastrophe. Rechtliche Verschärfungen setzen lediglich an den Symptomen, nicht aber an den Ursachen des Problems an.
Am Sonntag wird in Hessen gewählt
Nach dem Dämpfer aus den eigenen Reihen verlegte sich Roland Koch darauf die Spitzenkandidaten der anderen Parteien persönlich zu diskreditieren. Doch auch dies gelang ihm nicht im erhofften Umfang. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sieht CDU und SPD derzeit (Stand Freitag Nachmittag 14 Uhr) gleichauf mit 38 % der Wählerstimmen. Es bleibt also spannend wie die Wahl am Sonntag ausgeht.
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