Die gefährlichsten Jugendlichen
City- & Szenenews
23.07.2009
Welche Jugendlichen besonders gewaltbereit sind - hättest du's gewusst?
"Du wohnst doch noch bei Mutti!" Das könnte, falls die Tatsache stimmt, echtes Pech in einer Auseinandersetzung bedeuten - zumindest in Großbritannien. Denn laut einer britischen Studie neigen junge Männer zwischen 20 und 24 Jahren, die noch bei ihren Eltern wohnen, überdurchschnittlich stark zu Gewalt. Auch seien sie häufig selbst Opfer von Gewaltdelikten.
Gewalt in Zahlen
Forscher der Queen-Mary-Universität in London hatten über 8000 Männer und Frauen zu Gewaltverhalten und psychischen Problemen der vergangenen fünf Jahre befragt. Dabei zeigte sich, dass der Verbleib im Elternhaus für junge Männer der stärkste Risikofaktor für die Neigung zu Gewalt ist. Sowohl psychische Probleme als auch traumatische Erfahrungen in der Kindheit erwiesen sich als weit weniger bedeutsam. Junge Frauen waren insgesamt weniger gewalttätig, zudem ginge bei ihnen die Neigung zur Gewalt schon im Alter von 20 Jahren zurück.
Die Gruppe der 20- bis 24-jährigen Männer, die noch bei ihren Eltern lebten, mache ca. 4% der britischen Bevölkerung aus. Sie seien jedoch verantwortlich für 16% der in Großbritannien in den letzten fünf Jahre verübten Gewaltdelikte. Die Erkenntnisse seien bedenklich, da sich der Trend in den letzten 40 Jahren sowohl in den USA als auch in Großbritannien immer stärker zum verzögerten Auszug aus dem Elternhaus verschoben habe.
Mögliche Gründe
Für die Forscher zählt die außerhäusliche Gewalt zu einer Serie hedonistischen und negativen Verhaltens, das auch Drogenmissbrauch, sexuell riskantes Verhalten und übermäßigen Alkoholkonsum ("Komasaufen") umfasst. All dies sei stärker verbreitet bei jungen Männern, die keine positiven Effekte durch das Zusammenleben mit einer Partnerin erleben und die wenig Verantwortung übernehmen müssen - sei es für eigene Kinder oder für ihr eigenes Auskommen. Das dadurch zur Verfügung stehende Geld wie auch die Mittel, die diese jungen Männer zum Teil auch noch von ihren Eltern beziehen würden, werde in Alkohol investiert.
Übertragbar?
Falls die Erkenntnisse nicht nur auf Großbritannien zutreffen sollten und in Deutschland ein ähnliches Phänomen anzutreffen ist, wäre unter anderem jene Regel der Hartz-Gesetze zu überdenken, nach der jugendliche Hartz-IV-Empfänger unter 25 Jahren bei ihren Eltern wohnen müssen, falls sie im selben Kreis gemeldet sind.
(ur)
Welche Jugendlichen besonders gewaltbereit sind - hättest du's gewusst?
"Du wohnst doch noch bei Mutti!" Das könnte, falls die Tatsache stimmt, echtes Pech in einer Auseinandersetzung bedeuten - zumindest in Großbritannien. Denn laut einer britischen Studie neigen junge Männer zwischen 20 und 24 Jahren, die noch bei ihren Eltern wohnen, überdurchschnittlich stark zu Gewalt. Auch seien sie häufig selbst Opfer von Gewaltdelikten.
Gewalt in Zahlen
Forscher der Queen-Mary-Universität in London hatten über 8000 Männer und Frauen zu Gewaltverhalten und psychischen Problemen der vergangenen fünf Jahre befragt. Dabei zeigte sich, dass der Verbleib im Elternhaus für junge Männer der stärkste Risikofaktor für die Neigung zu Gewalt ist. Sowohl psychische Probleme als auch traumatische Erfahrungen in der Kindheit erwiesen sich als weit weniger bedeutsam. Junge Frauen waren insgesamt weniger gewalttätig, zudem ginge bei ihnen die Neigung zur Gewalt schon im Alter von 20 Jahren zurück.
Die Gruppe der 20- bis 24-jährigen Männer, die noch bei ihren Eltern lebten, mache ca. 4% der britischen Bevölkerung aus. Sie seien jedoch verantwortlich für 16% der in Großbritannien in den letzten fünf Jahre verübten Gewaltdelikte. Die Erkenntnisse seien bedenklich, da sich der Trend in den letzten 40 Jahren sowohl in den USA als auch in Großbritannien immer stärker zum verzögerten Auszug aus dem Elternhaus verschoben habe.
Mögliche Gründe
Für die Forscher zählt die außerhäusliche Gewalt zu einer Serie hedonistischen und negativen Verhaltens, das auch Drogenmissbrauch, sexuell riskantes Verhalten und übermäßigen Alkoholkonsum ("Komasaufen") umfasst. All dies sei stärker verbreitet bei jungen Männern, die keine positiven Effekte durch das Zusammenleben mit einer Partnerin erleben und die wenig Verantwortung übernehmen müssen - sei es für eigene Kinder oder für ihr eigenes Auskommen. Das dadurch zur Verfügung stehende Geld wie auch die Mittel, die diese jungen Männer zum Teil auch noch von ihren Eltern beziehen würden, werde in Alkohol investiert.
Übertragbar?
Falls die Erkenntnisse nicht nur auf Großbritannien zutreffen sollten und in Deutschland ein ähnliches Phänomen anzutreffen ist, wäre unter anderem jene Regel der Hartz-Gesetze zu überdenken, nach der jugendliche Hartz-IV-Empfänger unter 25 Jahren bei ihren Eltern wohnen müssen, falls sie im selben Kreis gemeldet sind.
(ur)
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