Die Mehrheit der MV-Spione verlässt die Heimat
City- & Szenenews
18.08.2008
Das ergab zumindest unsere Umfrage. Über die Gründe ...
Vor anderthalb Wochen berichteten wir, dass es in unserem Bundesland im vergangenen Jahr erneut einen Bevölkerungsrückgang von über 14.000 Menschen gegeben hat. Mecklenburg-Vorpommerns Einwohnerzahl liegt nun bei 1.679.682 Menschen - die starke Abwanderung und das Geburtendefizit führen dazu, dass diese Zahl von Jahr zu Jahr schrumpft.
Über die Hälfte plant den Wegzug aus MV
Ob auch die Spion-Nutzer der Region bald den Rücken zukehren werden, wollten wir daraufhin genau wissen.
"Planst du, Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen?" haben wir euch in unserer Umfrage gefragt. Das Ergebnis lässt für die Bevölkerungsentwicklung in unserem Bundesland nichts Gutes ahnen: Nicht einmal die Hälfte der über 650 Umfrageteilnehmer, die bislang teilgenommen haben, gaben an, dass sie in MV bleiben werden. "Nein, ich habe hier alles, wa sich brauche" sagten nur 46,6 %.
32, 3 % der Teilnehmer können es quasi kaum erwarten, das Bundesland zu verlassen und antworteten mit "Ja, sobald ich kann!"
Eine dritte Gruppe bilden jene Spione, die gern hier bleiben würden, wenn sich ihnen Perspektiven böten. Ob aus persönlichen oder beruflichen Gründen - 21,2 % der MV-Spione gaben an, das Bundesland bald zu verlassen, aber nur, weil sie sich dazu gezwungen sehen.
Die Mehrheit der Teilnehmer, insgesamt 53,5 %, plant also, Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen.
Wegzug aus beruflichen Gründen
Letztere Antwortmöglichkeit hätte sicher auch unser User Robert alias "atze18" bevorzugt, wenn er nicht schon lange vor unserer Umfrage aus Mecklenburg-Vorpommern weggezogen wäre. Robert hat uns geschrieben, wie sehr ihn die Bevölkerungsentwicklung seiner Heimat bewegt. Aus beruflichen Gründen, eben weil er in Mecklenburg-Vorpommern keine vergleichbare Arbeit gefunden hat, ist der heute 20-Jährige weggezogen. "Jetzt lebe ich in Österreich, habe ein gutes Einkommen, und meine Wohnung wird bezahlt", schreibt Robert. In Österreich bleiben möchte er allerdings nicht. Er träumt davon, in vier bis fünf Jahren wieder an die Ostsee zurückkehren zu können, denn auch, wenn er in Österreich wesentlich mehr Geld verdient, hält er Mecklenburg-Vorpommern noch immer für einen wunderschönen Flecken Erde. Nicht zuletzt leben seine Familie und viele seiner Freunde hier.
Zu wenige Wirtschaftszweige
Die fehlende Arbeit hält Robert für das größte Problem unseres Landes. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Ferienland, betont er. "Das bedeutet, dass einen Großteil der Wirtschaft die Gastronomie ausmacht, und das Schlimme daran ist, dass es meist Saisonarbeit ist - uns allen ist bekannt, dass da nicht gerade viel Geld zu verdienen ist - ein toller Ferienjob, mehr aber auch nicht." Es gebe daneben einfach zu wenige Wirtschaftszeige, die dauerhafte und gut bezahlte Arbeit versprechen, so Robert.
Familie gründen in MV?
Dass dem hiesigen Bevölkerungsrückgang ein großes Geburtendefizit zugrunde liegt, ist für den 20-Jährigen kein Wunder: "Kinder müssen ernährt werden und verursachen Kosten. Es klingt hart, aber so ist es nun mal. Viele Leute in MV kommen mit ihrem Geld doch gerade hin - vielleicht reicht es ja ab und zu noch, um sich etwas zu gönnen, aber mehr auch nicht. Die Lebenskosten müssen erst einmal getragen werden - und dann soll man noch ein Kind versorgen?"
Seiner Meinung nach sind nur wenige junge Menschen motiviert, in Mecklenburg-Vorpommern eine Familie zu gründen. Wegen seiner eigenen Erfahrung hält Robert die Schulpolitik in unserem Bundesland für besonders kritikwürdig. "In meinen letzten 13 Jahren habe ich vier Schulen besucht, und in allen war es ständig dasselbe Leid: Lehrern wurde der Unterricht gekürzt, Lehrer haben gestreikt und mehr Geld verlangt, Klassen wurden gestrichen, und für Problemkinder war sowieso keiner da." Am meisten entsetzt war der 20-Jährige von der Schließung einer Schule in Kröpelin, die vor nicht einmal zehn Jahren für viel Geld saniert worden sei. Sogar eine moderne, neue Sporthalle haben die Schüler bekommen; nichtsdestotrotz sei die Schule geschlossen worden.
Hast auch du eine Meinung zum Thema? Diskutiere in unserem Forum mit anderen Spionen!
(sh)
Das ergab zumindest unsere Umfrage. Über die Gründe ...
Vor anderthalb Wochen berichteten wir, dass es in unserem Bundesland im vergangenen Jahr erneut einen Bevölkerungsrückgang von über 14.000 Menschen gegeben hat. Mecklenburg-Vorpommerns Einwohnerzahl liegt nun bei 1.679.682 Menschen - die starke Abwanderung und das Geburtendefizit führen dazu, dass diese Zahl von Jahr zu Jahr schrumpft.
Über die Hälfte plant den Wegzug aus MV
Ob auch die Spion-Nutzer der Region bald den Rücken zukehren werden, wollten wir daraufhin genau wissen.
"Planst du, Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen?" haben wir euch in unserer Umfrage gefragt. Das Ergebnis lässt für die Bevölkerungsentwicklung in unserem Bundesland nichts Gutes ahnen: Nicht einmal die Hälfte der über 650 Umfrageteilnehmer, die bislang teilgenommen haben, gaben an, dass sie in MV bleiben werden. "Nein, ich habe hier alles, wa sich brauche" sagten nur 46,6 %.
32, 3 % der Teilnehmer können es quasi kaum erwarten, das Bundesland zu verlassen und antworteten mit "Ja, sobald ich kann!"
Eine dritte Gruppe bilden jene Spione, die gern hier bleiben würden, wenn sich ihnen Perspektiven böten. Ob aus persönlichen oder beruflichen Gründen - 21,2 % der MV-Spione gaben an, das Bundesland bald zu verlassen, aber nur, weil sie sich dazu gezwungen sehen.
Die Mehrheit der Teilnehmer, insgesamt 53,5 %, plant also, Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen.
Wegzug aus beruflichen Gründen
Letztere Antwortmöglichkeit hätte sicher auch unser User Robert alias "atze18" bevorzugt, wenn er nicht schon lange vor unserer Umfrage aus Mecklenburg-Vorpommern weggezogen wäre. Robert hat uns geschrieben, wie sehr ihn die Bevölkerungsentwicklung seiner Heimat bewegt. Aus beruflichen Gründen, eben weil er in Mecklenburg-Vorpommern keine vergleichbare Arbeit gefunden hat, ist der heute 20-Jährige weggezogen. "Jetzt lebe ich in Österreich, habe ein gutes Einkommen, und meine Wohnung wird bezahlt", schreibt Robert. In Österreich bleiben möchte er allerdings nicht. Er träumt davon, in vier bis fünf Jahren wieder an die Ostsee zurückkehren zu können, denn auch, wenn er in Österreich wesentlich mehr Geld verdient, hält er Mecklenburg-Vorpommern noch immer für einen wunderschönen Flecken Erde. Nicht zuletzt leben seine Familie und viele seiner Freunde hier.
Zu wenige Wirtschaftszweige
Die fehlende Arbeit hält Robert für das größte Problem unseres Landes. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Ferienland, betont er. "Das bedeutet, dass einen Großteil der Wirtschaft die Gastronomie ausmacht, und das Schlimme daran ist, dass es meist Saisonarbeit ist - uns allen ist bekannt, dass da nicht gerade viel Geld zu verdienen ist - ein toller Ferienjob, mehr aber auch nicht." Es gebe daneben einfach zu wenige Wirtschaftszeige, die dauerhafte und gut bezahlte Arbeit versprechen, so Robert.
Familie gründen in MV?
Dass dem hiesigen Bevölkerungsrückgang ein großes Geburtendefizit zugrunde liegt, ist für den 20-Jährigen kein Wunder: "Kinder müssen ernährt werden und verursachen Kosten. Es klingt hart, aber so ist es nun mal. Viele Leute in MV kommen mit ihrem Geld doch gerade hin - vielleicht reicht es ja ab und zu noch, um sich etwas zu gönnen, aber mehr auch nicht. Die Lebenskosten müssen erst einmal getragen werden - und dann soll man noch ein Kind versorgen?"
Seiner Meinung nach sind nur wenige junge Menschen motiviert, in Mecklenburg-Vorpommern eine Familie zu gründen. Wegen seiner eigenen Erfahrung hält Robert die Schulpolitik in unserem Bundesland für besonders kritikwürdig. "In meinen letzten 13 Jahren habe ich vier Schulen besucht, und in allen war es ständig dasselbe Leid: Lehrern wurde der Unterricht gekürzt, Lehrer haben gestreikt und mehr Geld verlangt, Klassen wurden gestrichen, und für Problemkinder war sowieso keiner da." Am meisten entsetzt war der 20-Jährige von der Schließung einer Schule in Kröpelin, die vor nicht einmal zehn Jahren für viel Geld saniert worden sei. Sogar eine moderne, neue Sporthalle haben die Schüler bekommen; nichtsdestotrotz sei die Schule geschlossen worden.
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(sh)
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