Blogger wird Opfer von Internetmafia
City- & Szenenews
08.08.2008
Der Schweizer Blogger Roman Hüssy kämpfte gegen Internetkriminalität - die Mafia schlug zurück.
"Hallo Leute,
ich muss es jemandem sagen - mein Leben hat kein Sinn mehr. Alles was ich muhesam aufgebaut habe, woran ich gearbeitet und geliebt habe ist weg... " In einigermaßen brüchigem Deutsch kündigte vor drei Tagen angeblich der Schweizer Blogger Roman Hüssy seinen Selbstmord an - und einen geplanten Doppelmord:
"Wendepunkt dieser Geschichte ist es wegen meiner Freundin, ich habe Sie mit meinem besten Kumpel im Bett gefasst...." Hüssy werde sich umbringen, "aber ich gehe nicht allein, ich werde auch meine Schlampe und ihren Lover mitnehmen, tut mir leid leut, aber anders kann ich nicht. Wenn ihr diesen email liest ist es schon passiert"
Tausende von Schweizern erhielten diese Mail, viele alarmierten daraufhin die Polizei, die Hüssy nachts aus dem Bett holte, um den Anrufen zahlreicher besorgter Mailempfänger nachzugehen. In einem 90-minütigen Gespräch habe er die Polizei überzeugen können, dass er nicht Absender der Mails sei, erklärt Hüssy in einer persönlichen Stellungnahme auf seinem Blog.
Gefährliche Aufklärungsarbeit
Der Informatiker aus Wallisellen geht davon aus, dass es sich um einen Racheakt (einen so genannten Joe Job) von Internetkriminellen handelt. Hintergrund: Hüssy betreibt das Blog www.abuse.ch, auf dem er regelmäßig vor Gefahren im Netz warnt. Mit seiner Aufklärungsarbeit, insbesondere gegen das Ausspionieren von Bankdaten (Phishing), habe er vermutlich den Unwillen der russischen Internetmafia auf sich gelenkt. Diese hätte zunächst einen Angriff auf seine Webseite verübt, um Hüssy schließlich durch die Spam-Mails zu diskreditieren und in persönliche Schwierigkeiten zu bringen.
Gelungene Einschüchterung?
Das Vorhaben mag den Verursachern der Massenmail zunächst geglückt sein. Der Nachrichtendienst www.20min.ch meldete noch am Mittwoch, die Vorkommnisse träfen den Spam-Jäger schwer: "Nach dem Angriff muss ich überdenken, wie es weiter geht - ob ich auf dem richtigen Weg bin", wird Hüssy zitiert.
Joe Job als Bumerang
Doch das verstärkte mediale Interesse für sein Blog und der Zuspruch von Freunden und Fremden haben mittlerweile den gegenteiligen Effekt. Auf seiner wieder in Betrieb genommen Seite teilt Roman Hüssy mit, er fühle sich sowohl durch aufgrund der Attacken auf sich und seine Website als auch aufgrund der positiven Resonanz aus der Bevölkerung "bei meiner Arbeit (welche ich übrigens in meiner Freizeit tätige) bestärkt. Der Informationsfluss durch meine Artikel scheint zu 'fruchten' und die Bevölkerung auf das Thema 'Sicherheit im Internet' zu sensibilisieren."
Es sei "wohl verständlich, dass ich auf Grund der Vorkommnisse sowie auf Grund der positiven Rückmeldungen mir Gedanken über die Zukunft des Blogs machen werde. Vorab kann ich jedoch allen versichern, dass durch die Vorkommnisse mein Interesse an dem Thema nicht gelitten hat, im Gegenteil gesteigert ist."
(ur)
Der Schweizer Blogger Roman Hüssy kämpfte gegen Internetkriminalität - die Mafia schlug zurück.
"Hallo Leute,
ich muss es jemandem sagen - mein Leben hat kein Sinn mehr. Alles was ich muhesam aufgebaut habe, woran ich gearbeitet und geliebt habe ist weg... " In einigermaßen brüchigem Deutsch kündigte vor drei Tagen angeblich der Schweizer Blogger Roman Hüssy seinen Selbstmord an - und einen geplanten Doppelmord:
"Wendepunkt dieser Geschichte ist es wegen meiner Freundin, ich habe Sie mit meinem besten Kumpel im Bett gefasst...." Hüssy werde sich umbringen, "aber ich gehe nicht allein, ich werde auch meine Schlampe und ihren Lover mitnehmen, tut mir leid leut, aber anders kann ich nicht. Wenn ihr diesen email liest ist es schon passiert"
Tausende von Schweizern erhielten diese Mail, viele alarmierten daraufhin die Polizei, die Hüssy nachts aus dem Bett holte, um den Anrufen zahlreicher besorgter Mailempfänger nachzugehen. In einem 90-minütigen Gespräch habe er die Polizei überzeugen können, dass er nicht Absender der Mails sei, erklärt Hüssy in einer persönlichen Stellungnahme auf seinem Blog.
Gefährliche Aufklärungsarbeit
Der Informatiker aus Wallisellen geht davon aus, dass es sich um einen Racheakt (einen so genannten Joe Job) von Internetkriminellen handelt. Hintergrund: Hüssy betreibt das Blog www.abuse.ch, auf dem er regelmäßig vor Gefahren im Netz warnt. Mit seiner Aufklärungsarbeit, insbesondere gegen das Ausspionieren von Bankdaten (Phishing), habe er vermutlich den Unwillen der russischen Internetmafia auf sich gelenkt. Diese hätte zunächst einen Angriff auf seine Webseite verübt, um Hüssy schließlich durch die Spam-Mails zu diskreditieren und in persönliche Schwierigkeiten zu bringen.
Gelungene Einschüchterung?
Das Vorhaben mag den Verursachern der Massenmail zunächst geglückt sein. Der Nachrichtendienst www.20min.ch meldete noch am Mittwoch, die Vorkommnisse träfen den Spam-Jäger schwer: "Nach dem Angriff muss ich überdenken, wie es weiter geht - ob ich auf dem richtigen Weg bin", wird Hüssy zitiert.
Joe Job als Bumerang
Doch das verstärkte mediale Interesse für sein Blog und der Zuspruch von Freunden und Fremden haben mittlerweile den gegenteiligen Effekt. Auf seiner wieder in Betrieb genommen Seite teilt Roman Hüssy mit, er fühle sich sowohl durch aufgrund der Attacken auf sich und seine Website als auch aufgrund der positiven Resonanz aus der Bevölkerung "bei meiner Arbeit (welche ich übrigens in meiner Freizeit tätige) bestärkt. Der Informationsfluss durch meine Artikel scheint zu 'fruchten' und die Bevölkerung auf das Thema 'Sicherheit im Internet' zu sensibilisieren."
Es sei "wohl verständlich, dass ich auf Grund der Vorkommnisse sowie auf Grund der positiven Rückmeldungen mir Gedanken über die Zukunft des Blogs machen werde. Vorab kann ich jedoch allen versichern, dass durch die Vorkommnisse mein Interesse an dem Thema nicht gelitten hat, im Gegenteil gesteigert ist."
(ur)
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