Auch deine Daten sind im Umlauf
City- & Szenenews
20.08.2008
Die Debatte um mangelnden Datenschutz hat heute einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Adressen der gesamten deutschen Bevölkerung sollen für Marketingzwecke missbraucht werden - das befürchten Datenschützer.
Nach neuesten Einschätzungen des unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein (ULD) wird mit den Adressen der gesamten deutschen Bevölkerung Handel zu Marketingzwecken betrieben. Darüber hinaus seien auch zehn bis zwanzig Millionen Kontodaten illegal im Umlauf, die vor allem von Callcentern für zwielichtige Geschäftspraktiken gnutzt werden.
Das ULD gehe davon aus, dass im Grunde all jene Branchen vom Datenklau bedroht seien, in denen Daten gesammelt würden. Angeblich gebe es auch Indizien für einen Handel von Daten unter Behörden. Der Verbraucherschützer Thilo Weichert habe in diesem Zusammenhang auf überraschende Besuche der GEZ angespielt, die erfolgten, nachdem Bürger ihre Autos beim TüV gemeldet hätten.
Bereits ermittelt werde gegen die Firma LottoTeam, die die Konten von Verbrauchern geplündert haben soll. Es sei davon auszugehen, dass bald bundesweit Strafanzeigen gegen das in Köln und Dortmund ansässige Unternehmen eingehen werden.
Handel mit Daten von Telekom-Kunden
Spiegel Online berichtet heute auch von einem kleinen Callcenter in Bremerhaven, das Daten von Telekomkunden monatelang massenhaft missbraucht haben soll. Indem die Mitarbeiter des Callcenters Kunden neue Verträge aufschwatzten, sammelten sie deren Kontodaten und verkauften diese weiter.
Eine ehemalige Angestellte des Callcenters berichtet, sie habe sich am Telefon als Mitarbeiterin der Telekom ausgegeben und die Leuten direkt nach ihren Bankverbindungen befragt. Ferner habe sie Menschen zum Tarifwechsel bewegt, indem sie ihnen Geld versprach. Die ehemalige Mitarbeiterin habe auch solchen Kunden neue Verträge aufschwatzen müssen, deren Anschluss aufgrund ihrer Wohnlage und nicht vorhandener Leitungen gar nicht für einen anderen Vertrag geeignet gewesen sei.
Der Betreiber des Callcenters habe zum einen Provisionen von Firmen erhalten, die für die Telekom arbeiten, zum anderen habe er am Adresshandel verdient.
(sh)
Die Debatte um mangelnden Datenschutz hat heute einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Adressen der gesamten deutschen Bevölkerung sollen für Marketingzwecke missbraucht werden - das befürchten Datenschützer.
Nach neuesten Einschätzungen des unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein (ULD) wird mit den Adressen der gesamten deutschen Bevölkerung Handel zu Marketingzwecken betrieben. Darüber hinaus seien auch zehn bis zwanzig Millionen Kontodaten illegal im Umlauf, die vor allem von Callcentern für zwielichtige Geschäftspraktiken gnutzt werden.
Das ULD gehe davon aus, dass im Grunde all jene Branchen vom Datenklau bedroht seien, in denen Daten gesammelt würden. Angeblich gebe es auch Indizien für einen Handel von Daten unter Behörden. Der Verbraucherschützer Thilo Weichert habe in diesem Zusammenhang auf überraschende Besuche der GEZ angespielt, die erfolgten, nachdem Bürger ihre Autos beim TüV gemeldet hätten.
Bereits ermittelt werde gegen die Firma LottoTeam, die die Konten von Verbrauchern geplündert haben soll. Es sei davon auszugehen, dass bald bundesweit Strafanzeigen gegen das in Köln und Dortmund ansässige Unternehmen eingehen werden.
Handel mit Daten von Telekom-Kunden
Spiegel Online berichtet heute auch von einem kleinen Callcenter in Bremerhaven, das Daten von Telekomkunden monatelang massenhaft missbraucht haben soll. Indem die Mitarbeiter des Callcenters Kunden neue Verträge aufschwatzten, sammelten sie deren Kontodaten und verkauften diese weiter.
Eine ehemalige Angestellte des Callcenters berichtet, sie habe sich am Telefon als Mitarbeiterin der Telekom ausgegeben und die Leuten direkt nach ihren Bankverbindungen befragt. Ferner habe sie Menschen zum Tarifwechsel bewegt, indem sie ihnen Geld versprach. Die ehemalige Mitarbeiterin habe auch solchen Kunden neue Verträge aufschwatzen müssen, deren Anschluss aufgrund ihrer Wohnlage und nicht vorhandener Leitungen gar nicht für einen anderen Vertrag geeignet gewesen sei.
Der Betreiber des Callcenters habe zum einen Provisionen von Firmen erhalten, die für die Telekom arbeiten, zum anderen habe er am Adresshandel verdient.
(sh)
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