Kurzlebige Karriere als Popstar

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© Radyukov Dima
25.01.2012

Für Bands und Künstler im Popbereich dauert der Erfolg in den USA oft nur zwischen vier und sechs Jahren an. Häufiger als in Europa sind Popmusiker dort Eintagsfliegen.

Ein Popstar-Leben ist kurz: Zwischen vier und sechs Jahre verweilen erfolgreiche Bands und Musiker in den Charts, ehe sie wieder im Vergessen versinken. Das haben Forscher der University of Colorado in Denver ermittelt. Sie überprüften dazu Daten aus 50 Jahren Billbord-Charts der USA. Jede dritte Band, die mit einem Album in den Charts landet, bleibt damit One-Hit-Wonder, so das Ergebnis, das im Fachblatt der "Music and Entertainment Industry Educators Association" (MEIEA) veröffentlicht wurde.

Eintagsfliegen und Kurzzeitkarrieren

"In Europa dauert die Berühmtheit von Musikern meist länger als in den USA - egal ob sie aus dem In- oder Ausland stammen", erklärt Jörg Tresp, Inhaber des Labels Devil Duck Records und Dozent für Management an der Deutschen Pop, im pressetext-Interview. Ist es hierzulande für Neulinge auch mühsamer, Fans zu gewinnen, so bleiben diese in der Regel dem Musiker oder der Band über längere Zeit treu, wobei die Qualität laut dem Produzenten dann weniger eine Rolle spielt. Als Kriterium für Langzeit-Erfolg sieht der Experte das Singen in deutscher Sprache.

Die US-Auswertung zeigt zudem, dass 34 Prozent der Musiker in den Charts nach ihrem Debütalbum nie wieder auftauchen. Bei den Singles-Charts im Pop beträgt dieser Anteil sogar 50 Prozent. In Deutschland sei das Phänomen der Eintagsfliegen weniger ausgeprägt, berichtet Tresp. "Bands scheitern hierzulande meist nicht am mangelnden Erfolg, sondern an sich selbst, etwa durch zwischenmenschliche Reibereien. In den USA, wo man in diesem Fall sozial auf viel härteren Boden fällt, wechselt man in dieser Situation einfach die Band."

Davon Leben statt Reichtum

Auf diesen Umstand weisen auch die US-Autoren hin. "Angehende Künstler müssen wissen, was sie im Musikgeschäft erwartet, wenn sie ihre Karriere und die Zeit danach planen", so Studienleiter Storm Gloor. Tresp sieht dies allerdings als Motivation. "Wer sich schon zuvor bewusst ist, dass er vielleicht ein, zwei Jahre Erfolg haben kann, wird diese Phase leidenschaftlicher angehen, ähnlich wie bei Spitzensportlern. Wer sich fünf Jahre oben hält, bekommt davon dank der Musikrechte auch später noch Einnahmen - wobei Musiker meist eher davon leben statt reich werden zu wollen", schätzt der Hamburger Musikproduzent.

(pte/pb)

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