Kurzes Vergnügen mit Britney

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Britney war in Bestform - und wohl auch in Eile; © DDP
28.11.2008

Mit Spannung erwartet wurde bei der gestrigen Bambiverleihung vor allem Britney Spears. Im Mittelpunkt des Medieninteresses, Anziehungspunkt für tausende Fans, blieb es bei einem Kurzauftritt. Auch ansonsten waren Höhepunkte auf der Verleihung eher rar gesät.

Die Spannung bei mehreren tausend Fans und Hunderten Reportern in Offenburg war groß. Doch dann ging alles schnell und unspektakulär vorbei. US-Popsängerin Britney Spears hat bei der 60. Bambi-Gala am Donnerstagabend lediglich einen Blitzauftritt absolviert.

"Sie sieht fantastisch aus!"

Die Popsängerin, die mit ihrem nervlichen Zusammenbruch monatelang international Schlagzeilen gemacht hat und nach wie vor unter der Vormundschaft ihres Vaters steht, war am roten Teppich das beherrschende Thema. Fast jeder prominente Gast wurde zu ihrem Europa-Comeback befragt.

"Sie sieht fantastisch aus!", lobte Kollegin Pink.
"Es ist immer schön, wenn jemand nach einer harten Zeit wieder auf die Füße fällt", meinte Verona Poth, die von Ehemann Franjo begleitet wurde.

Nur Spears selbst ließ sich zunächst nicht blicken. Die einstige Pop-Prinzessin mied die zahlreichen Kameras und Mikrofone und betrat die Oberrheinhalle durch den Hintereingang.

"Sie ist gut drauf", es werde es keine Blamage geben, versicherte "Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel. Schon bei den Proben sei Spears sehr umgänglich und unkomplizierter gewesen, als man es hätte erwarten können, war von einem anderen Insider zu hören.

"Thank you, Germany."

Um Punkt 21.00 Uhr betrat die US-Sängerin dann in der live im Ersten übertragenen Show die Bühne und stellte gemeinsam mit sechs Tänzern ihre Nummer-1-Single "Womanizer" vor. Körperlich in Bestform, in knappen Hotpants und mit Zylinder, wenn auch nicht ganz so souverän wie zu ihren besten Zeiten.

Als Modeschöpfer Karl Lagerfeld ihr im Anschluss den Bambi in der Kategorie Pop International überreichte und sie als "Paradiesvogel" würdigte, hauchte die 26-Jährige ein leises: "Thank you, Germany", verschwand von der Bühne und setzte die Werbereise durch Europa für ihr neues Album "Circus" fort.

"Jetzt haben alle meine Kinder eins."

Dieser Blitzauftritt war symbolisch für eine an Höhepunkten insgesamt arme Gala.
Auch die Hollywoodschauspieler Meg Ryan und Keanu Reeves, die Bambis erhielten, obwohl in diesem Jahr bislang nicht viel von ihnen zu hören war, sind derzeit praktischerweise auf Werbetour für ihre neuen Filme in Deutschland. Ryan hielt am roten Teppich bei Interviews deutlichen Sicherheitsabstand zu den Medien, während Reeves es vorzog, fast ganz ohne Kommentar Richtung Saal zu eilen und auch später recht angestrengt den Preisregen verfolgte.

Gut gelaunt zeigten sich Til Schweiger und die Hauptdarstellerin seines Kinohits "Keinohrhasen", Nora Tschirner. Die Schauspielerin puderte ihrem Regisseur die Nase und flüsterte ihm die Antworten auf diverse Journalistenfragen nach Britney Spears ein, bevor Schweiger seinen vierten Bambi (Film National) entgegennahm. "Jetzt haben alle meine Kinder eins", sagte er und wagte einen selbstbewussten Blick in die Zukunft: "Vielleicht haben ja alle mal zwei."

Größer war da noch die Aufregung bei Christine Neubauer (Fernsehen). Ein Kindheitstraum gehe mit ihrem Bambi für sie in Erfüllung. Und das obwohl sie nicht "mit einem großen Knall" daher komme und der Presse auch nicht mit Skandalen dienen könne, bemerkte sie etwas spitz.

Über 5 Millionen Zuschauer

Seit den Mittagsstunden hatten in Offenburg die ersten Fans bei frostigen Temperaturen auf die Ankunft der Stars gewartet. Bis zum Abend waren es mehrere Tausend, die applaudierten und kreischten.

Im Fernsehen verfolgten 5,74 Millionen Zuschauer die Gala. Der Marktanteil betrug laut ARD 19,1 Prozent. In der jüngeren Zielgruppe kam der Sender mit 1,2 Millionen Zuschauer auf 9,6 Prozent.

Den Medienpreis des Burda-Konzerns gab es im Jubiläumsjahr in 18 Kategorien. Die meisten Preisträger waren schon länger bekannt, Frank Plasberg (Moderation) etwa, der mit seiner Mutter erschien. "Ich hätte meine Sonnenbrille gebraucht", scherzte sie angesichts des Blitzlichtgewitters.

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton (Sonderpreis) erhielt sein goldenes Reh aus den Händen von Boris Becker. Nach Schlagzeilen um die Auflösung seiner Verlobung blieb der 41-Jährige an diesem Abend stumm.

Auch der Preisträger für das Lebenswerk, Hardy Krüger, überraschte mit einer Mini-Dankesrede - was für ein Kontrast zum Dauermonolog von Tom Cruise im Vorjahr.

Einzig Entertainer Stefan Raab, der für sein loses Mundwerk ausgezeichnet wurde, machte diesem erneut alle Ehre. Er wolle sich bei einer Frau bedanken, ohne die er heute nicht hier stünde. "Bei Uschi Glas: Danke, Mama", rief Raab, während die Schauspielerin genervt den Kopf schüttelte. (ddp / pb)
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