Bushido: Prollig auf der Buchmesse
Bücher
20.10.2008
Der Rapper als Bestsellerautor lockt hunderte Groupies aufs Messegelände. Die üblichen Sprüche, von witzig bis größenwahnsinnig ...
Glaubt man dem Bericht des Nachrichtensenders n-tv, dann war es ein gelungener Auftritt von Bushido. Der 29-Jährige, mittlerweile auch erfolgreicher (Ko-)Autor seiner Bestseller-Biographie, hat die wichtigste Literaturmesse der Welt besucht, um sein Buch und wie immer auch sich selbst weiter zu promoten.
Kein Vorbild
Auf Debatten um literarische Qualität oder Verantwortung ließ sich Bushido nicht ein: Was in dem Buch stehe, sei nun mal sein Leben. "Und wenn ich Drogen verkauft habe, dann hab ich das auch gemacht." Bestechende Logik! Das bedeute aber nicht, dass er seine Fans dazu ermuntere, das Gleiche zu tun.
Die übliche Pose
Viel wichtiger findet Bushido, dass er mit seinem zwar nicht von ihm selbst geschrieben, aber doch zumindest in seiner Sprechweise verfassten Buch Menschen zum Lesen bringt, die sonst kein Buch in die Hand nehmen würden. Das hat natürlich einen ganz einfachen Grund: "Ich bin der coolste Buchautor, den es zur Zeit in Deutschland gibt", so Bushido inmitten von mehreren Bodyguards und hunderten meist jungen, weiblichen Fans.
Kluge Masche: Doof tun
Auf die Idee zu dem Buch, so der Rapper n-tv zufolge weiter, habe ihn eine Journalistin gebracht. Von allein wäre er nicht drauf gekommen, schließlich habe er mit Büchern "im Zeitalter von PDF-Dateinen und so" nicht so viel zu tun. Auf der Buchmesse, von der er "gehört hat, dass sie ganz wichtig sein soll", wollte er sich gern noch ein paar Comics angucken, "weil die ja nicht so schwer zu lesen sind" - entwaffnende Selbstironie, die vermutlich das beste Mittel darstellt, sich auf dem prätentiösen Literaturmarkt zu behaupten.
Mit Bescheidenheit muss man das nicht verwechseln: Da er so viele Menschen vertrete, kann sich Bushido gut vorstellen, "in drei Jahren Bürgermeister von Berlin" oder in 20 Jahren Bundeskanzler zu werden. Warum nicht: Die schreiben ihre Reden schließlich auch nicht selbst.
(ur)
Der Rapper als Bestsellerautor lockt hunderte Groupies aufs Messegelände. Die üblichen Sprüche, von witzig bis größenwahnsinnig ...
Glaubt man dem Bericht des Nachrichtensenders n-tv, dann war es ein gelungener Auftritt von Bushido. Der 29-Jährige, mittlerweile auch erfolgreicher (Ko-)Autor seiner Bestseller-Biographie, hat die wichtigste Literaturmesse der Welt besucht, um sein Buch und wie immer auch sich selbst weiter zu promoten.
Kein Vorbild
Auf Debatten um literarische Qualität oder Verantwortung ließ sich Bushido nicht ein: Was in dem Buch stehe, sei nun mal sein Leben. "Und wenn ich Drogen verkauft habe, dann hab ich das auch gemacht." Bestechende Logik! Das bedeute aber nicht, dass er seine Fans dazu ermuntere, das Gleiche zu tun.
Die übliche Pose
Viel wichtiger findet Bushido, dass er mit seinem zwar nicht von ihm selbst geschrieben, aber doch zumindest in seiner Sprechweise verfassten Buch Menschen zum Lesen bringt, die sonst kein Buch in die Hand nehmen würden. Das hat natürlich einen ganz einfachen Grund: "Ich bin der coolste Buchautor, den es zur Zeit in Deutschland gibt", so Bushido inmitten von mehreren Bodyguards und hunderten meist jungen, weiblichen Fans.
Kluge Masche: Doof tun
Auf die Idee zu dem Buch, so der Rapper n-tv zufolge weiter, habe ihn eine Journalistin gebracht. Von allein wäre er nicht drauf gekommen, schließlich habe er mit Büchern "im Zeitalter von PDF-Dateinen und so" nicht so viel zu tun. Auf der Buchmesse, von der er "gehört hat, dass sie ganz wichtig sein soll", wollte er sich gern noch ein paar Comics angucken, "weil die ja nicht so schwer zu lesen sind" - entwaffnende Selbstironie, die vermutlich das beste Mittel darstellt, sich auf dem prätentiösen Literaturmarkt zu behaupten.
Mit Bescheidenheit muss man das nicht verwechseln: Da er so viele Menschen vertrete, kann sich Bushido gut vorstellen, "in drei Jahren Bürgermeister von Berlin" oder in 20 Jahren Bundeskanzler zu werden. Warum nicht: Die schreiben ihre Reden schließlich auch nicht selbst.
(ur)

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