Gewalt: Schweigen macht Schule
City- & Szenenews
09.03.2010
In Berlin herrscht ein lockerer Umgang mit Schlägereien, Sachbeschädigungen und Pöberleien auf dem Schulhof. Laut einem Rundschreiben von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) sind derartige Gewalttaten an Berlins Schulen nicht mehr meldepflichtig.
Eine Berliner Schule. Nicht alles verläuft hier harmonisch. Schüler pöbeln, Lehrer müssen sich Beleidigungen gefallen lassen. Nach einem Wutausbruch geht ein Stuhl zu Bruch. Ein Schüler demonstriert seine Vormachtstellung, indem er einen anderen verprügelt.
Eine fiktive Aufzählung. Und dennoch nicht unrealistisch. Neu ist, dass soche Vergehen in Schulen nun nicht mehr gemeldet werden müssen. Dem Berliner Kurier liegt ein entsprechendes Rundschreiben vom 7. August 2009 von Bildungssenator Jürgen Zöllner vor.
Gegen die Öffentlichkeit, für die Statistik
Darin heißt es: "Dem Schulgesetz für Berlin vom 26.1.2004 entsprechend, wird die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Schulen auch im Umgang mit Gewaltvorfällen und Notfallsituationen gestärkt." Nicht mehr meldepflichtig sind: Schlägereien, Beleidigungen von Lehrern, Sachbeschädigungen, Anpöbelei, Selbsttötungsgedanken und -äußerungen, Todesfall im schulischen Umfeld.
Hier geht es wohl um eine Schönung der Statistik. So sind zum Beispiel im Problembezirk Neukölln mit der neuen Zählweise die Gewaltdelikte an Schulen im ersten Halbjahr 2009/2010 gegenüber demselben Vorjahreszeitraum von 123 auf 82 zurückgegangen.
Dazu äußerte sich Bildungsstadtrat Wolfgang Schimmang (SPD): "Die Kinder sind aber bestimmt nicht lieber geworden. Gewalt bedarf der Veröffentlichung, um sie auch öffentlich zu ächten."
(pb)
In Berlin herrscht ein lockerer Umgang mit Schlägereien, Sachbeschädigungen und Pöberleien auf dem Schulhof. Laut einem Rundschreiben von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) sind derartige Gewalttaten an Berlins Schulen nicht mehr meldepflichtig.
Eine Berliner Schule. Nicht alles verläuft hier harmonisch. Schüler pöbeln, Lehrer müssen sich Beleidigungen gefallen lassen. Nach einem Wutausbruch geht ein Stuhl zu Bruch. Ein Schüler demonstriert seine Vormachtstellung, indem er einen anderen verprügelt.
Eine fiktive Aufzählung. Und dennoch nicht unrealistisch. Neu ist, dass soche Vergehen in Schulen nun nicht mehr gemeldet werden müssen. Dem Berliner Kurier liegt ein entsprechendes Rundschreiben vom 7. August 2009 von Bildungssenator Jürgen Zöllner vor.
Gegen die Öffentlichkeit, für die Statistik
Darin heißt es: "Dem Schulgesetz für Berlin vom 26.1.2004 entsprechend, wird die Eigenverantwortung und Selbstständigkeit der Schulen auch im Umgang mit Gewaltvorfällen und Notfallsituationen gestärkt." Nicht mehr meldepflichtig sind: Schlägereien, Beleidigungen von Lehrern, Sachbeschädigungen, Anpöbelei, Selbsttötungsgedanken und -äußerungen, Todesfall im schulischen Umfeld.
Hier geht es wohl um eine Schönung der Statistik. So sind zum Beispiel im Problembezirk Neukölln mit der neuen Zählweise die Gewaltdelikte an Schulen im ersten Halbjahr 2009/2010 gegenüber demselben Vorjahreszeitraum von 123 auf 82 zurückgegangen.
Dazu äußerte sich Bildungsstadtrat Wolfgang Schimmang (SPD): "Die Kinder sind aber bestimmt nicht lieber geworden. Gewalt bedarf der Veröffentlichung, um sie auch öffentlich zu ächten."
(pb)
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